British Columbia: Okanagan, The Wine Valley

Mit allen erdenklich guten Wünschen werden wir von Annie und Bob in Vancouver verabschiedet. Leider müssen wir an der nächsten Ecke schon wieder einen Kühlwassernachfüllstopp einlegen. Die reparierten Stellen sind alle trocken! Wo bleibt das Kühlwasser? Die Zylinderkopfdeckelschrauben sind zum Teil etwas feucht. Verschwindet hier das Wasser? Kann eigentlich nicht sein. Was sollte das Wasser dort noch kühlen. Leider fehlt uns das richtige Werkzeug: eine 10er Nuss mit extralanger Verlängerung. Aber ob wir ein solches Werkzeug hier erwerben können, ist noch die Frage. Bekanntlich arbeitet man in Amerika nicht im metrischen System. Man sieht, unsere Testreihe ist noch nicht zu Ende. Davon aber später mehr.

Wir fahren wieder eine landschaftlich reizvolle Straße, genau so, wie Bob es uns versprochen hat, zunächst am Fraser-River entlang und später durch die Cascade-Range. Einen Kaffeestopp legen wir am Berg Hope Slade ein. Hier ist vor einigen Jahren eine heftige Geröll-/Schlamm-/Eislawine abgegangen und hat ein ganzes Tal unter sich begraben.

Die Berge runter geht’s ganz munter,
nur die Berge rauf,
da verliert unser Oldie so manchen Schnauf.
Aber da müssen wir nun alle durch.

In Osoyoos muss man aufpassen, sonst ist man Schwupp di Wupp im USA-Land. Wir passen auf und kriegen die Linkskehre ins kanadische Wine-Valley. Schon lange kündigen große Tafeln an, dass wir nun das paradiesische Tal erreichen, in dem Obst und Gemüse im Überfluss gedeihen. Selbst in der Straßenkarte sind „Fruit-Stands“ am Straßenrand vermerkt. Wir hatten so die Vorstellung von kleinen Buden wie in Südamerika oder wie man sie auch bei uns schon mal sieht in der Spargel- und Erdbeerzeit. Was wir dann allerdings sehen, verschlägt uns doch die Sprache. Ein Frucht- und Gemüseladen reiht sich an den anderen. Obst und Gemüse werden nicht nur in Kisten angeboten, nein Containerweise. Da lacht und hüpft das Vegetarierherzchen, aber nicht nur das. Auch wir konnten uns nicht satt sehen an den prächtigen Früchten.

Was macht eine kluge Hausfrau? 1. Kauft sie keinesfalls hungrig ein, 2. kauft sie nur soviel ein, wie sie zum baldigen Verzehr lagern kann. Was machen Hampens? Sie gehen kurz vor dem Mittagessen, also hungrig, einkaufen, 2. Sie kaufen ein, als hätten sie einen Megaliner mit Megakühlschrank. Also heißt die Devise, Vegetarisches kommt auf den Tisch. Und ein Teil muss haltbar gemacht werden. Das Ergebnis steht unter „Kochen unterwegs“: „Eingelegte Gurken“ und „Geröstetes und mariniertes Gemüse“.

Auf der weiteren Strecke haben (mussten!) wir uns dann damit begnügt, die Früchte an Bäumen, Sträuchern und Reben zu fotografieren.

Die Besichtigung eines Weingutes haben wir uns schließlich verkniffen, da der kanadische Wein für unseren Gaumen nicht so wirklich lecker ist. Ein halbwegs trinkbarer Wein ist ab 60 / 70 / 80 $ und aufwärts (pro Flasche!) erhältlich. Da bleiben wir auf dieser Reise doch besser bei den regional wechselnden Biersorten.

In Penticton, eine Großstadt mitten im Valley,  haben wir Zeit und Gelegenheit, das oben beschriebene Werkzeug zu suchen. Wir werden tatsächlich bei einem großen Baumarkt fündig. Natürlich gibt es ein solches Tool nicht an einem Stück. Aber Jan, der Fachverkäufer, gibt sich redlich Mühe, uns ein entsprechendes Werkzeug zusammen zu stellen, schließlich kommen seine Vorfahren aus Holland, da ist man doch quasi Nachbar! Da muss man sich ja helfen! Das ist Logik! Und tatsächlich lassen sich alle Zylinderkopfschrauben noch ein bisschen nachziehen. Wahrscheinlich war auch dies eine der undichten Stellen. Am Ende der Reise werden wir unseren Motor so trocken gelegt haben, wie ich mir das für den Anfang gewünscht hätte. Frohgemut und gut gelaunt fahren wir das Okanaga-Valley weiter gen Norden, immer entlang des 135 km langen gleichnamigen Sees.

Und dann kommen wir nach Vernon, die Familie Dietz besuchen.

 

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1 Antwort zu British Columbia: Okanagan, The Wine Valley

  1. Maaß Ursula sagt:

    hallo,
    ich habe die Berichte und Bilder mit großem Interrresse gelesen,
    am schönsten fand ich die Berichte über Kanada , da ward ihr bei
    meinem Sohn Jörg bei der Schweinefarm.
    l.G. Grüße
    Ursula Maaß

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