Alaska: Kenai Fjord Tours

Heute steht wieder ein „Außentermin“ an, ein Highlight unserer Reise und keiner wird’s glauben, nach dem Dauerregen der letzten Tage sogar mit „Sunlight“. Ein grandioser Tag!

Gestern Abend konnten wir noch kurz vor Feierabend in der Adventure-Agentur eine „Kenai Fjords National Park Tour“ buchen. Eigentlich war für den nächsten Tag, also heute, kein Platz mehr für die gesamte Tour, nur noch für die abgespeckte Version. Aber während wir uns noch über die Unterschiede der beiden Touren unterhalten, zieht sich ein Lächeln über das Gesicht der sehr freundlichen Agentur-Lady. Gerade werden 2 Plätze frei! Ja, Glück muss man auch mal haben. Die Lady gibt uns auch noch einen Tipp für kostenfreies Overnightstanding, direkt am Fluss, kurz vor den Toren der Stadt.

Rechtzeitig finden wir uns am Agentur-Parkplatz ein und ein Shuttle bringt uns zum Bootsanleger. Das schmucke Motorschiff Tanaina wird uns durch den Kenai Nationalpark bringen.

Und Chris ist unser Kapitän,

aber nicht nur Kapitän, nein auch perfekter Reiseführer. O-Ton Lothar: „Der könnte mir das Telefonbuch von Anchorage vorlesen, ich würde ihm begeistert zuhören!“ und das will was heißen!

Pünktlich um 9:00 am legt das Schiff ab und mit Speed geht es raus in die Fjords.

Was nun folgt, ist so grandios, dass mir die Worte fehlen. Also fallen die Kommentare ziemlich einsilbig aus, aber die Bilder sprechen ja auch für sich.

Die Fahrt geht vorbei an der Thumbs Cove mit dem Godwin Glasier im Hintergrund.

Immer noch hängen die Wolken wabernd um die Berge, aber sie senken sich langsam, ein gutes Zeichen!

Kurze Zeit später ist der Bear Glacier zu sehen

Auch wenn mal keine speziellen Attraktionen zu erblicken sind, gibt es doch immer wieder tolle Panoramabilder festzuhalten.

Und gleich hinter der nächsten Huk hat Chris wieder etwas Besonderes im Programm. Er bittet seine Gäste besonders leise zu sein, da die Bewohner der nächsten Felsen Touristenlärm so gar nicht ertragen können. Unglaublich, es war mucksmäuschenstill auf dem Schiff, als wir uns diesen possierlichen Gesellen nähern.

Bevor wir zu den Wasserfällen kommen, noch ein Panoramablick.

Mit äußerster Konzentration nähert sich Kapitän Chris der Küste, um seine Gäste so nah wie möglich an die jeweilige Attraktion zu bringen.

Und weiter geht es, Orkas schwimmen vor und neben dem Schiff. Leider ist das Gedränge an der Reling mächtig und man erwischt die „Killerwale“ nur, wenn sie gerade wieder abtauchen.

Aber gleich auf der anderen Seite des Schiffes ist der Holgate Glacier zu sehen.

Kaum hat man diesen Gletscher bildtechnisch dokumentiert, tauchen die nächsten Meeresbewohner auf: Moon Jelly Fishes. Ist das nicht ein wunderschöner Name für solch glibberige Wabbeltiere, aber zugegeben, unter Wasser bewegen sie sich mit Grazie und Anmut.

Nun gut, gleich kommt ja wieder etwas handfestes, etwas felsiges, Three Hole Bay

Was wir nun erleben, ist einfach zu possierlich: See-Ottern! Sie liegen auf dem Rücken im Wasser, klatschen sich vor Freude auf dem Bauch und genießen das Leben.

Nun steuern wir auf eines der Highlights der Tour zu, den kalbenden Aialik Glacier.

Natürlich ist es ungeheuer schwer, immer im richtigen Augenblick die Kamera auf die Stelle zu richten, wo gerade wieder ein großes Eisstück in den Ozean bricht. Wenn man das Getöse hört, ist schon alles passiert – schade, dass der Schall so langsam ist. Zum größten Teil zerbricht die Eismasse in kleine Brösel und eine Eisfahne steigt auf. Gelegentlich bleiben aber auch größere Eisschollen erhalten, die dann im Fjord herum schwimmen.

Wir folgen den Eisschollen mit unseren Blicken und entdecken zwischen den ganzen Schollen, man wird’s nicht glauben, Paddler

Lunchtime, es werden ein paar Snacks verteilt, so eine Art Frühlingsrolle, nur kalt und amerikanisch, der Hunger treibts rein. Das ist auch das Zeichen für den Rückweg. Und da erblickt unser Kapitän doch gleich einen Wal. Doch uns fällt es schwer, diesen gewaltigen Burschen in all seiner Pracht auf die Platte zu bannen.

Nun steuert Chris die Vogelfelsen an.

Hier und auf den benachbarten Felseninseln tummeln sich allerlei Wasservögel:
die witzigen Puffins (Lund), unverwechselbar mit ihrem bunten Papageienschnabel,

natürlich die häufig vorkommenden Dreizehenmöwen,

der niedliche kleine Rotschnabelalk,

der Kormoran, der sich zum Fotoshooting mit den Möwen an die Felskante gestellt hat und beim Flügel trocknen die schönsten Posings präsentiert

und natürlich die „Pinguine des Nordens“, bei uns bekannt als Lummen, Spitzenreiter im Tieftauchen unter den Seevögeln.

 

Bevor es zum Lunch auf Fox Island geht

fährt Chris noch eben bei den Seelöwen vorbei. Wie sich so eine Masse Fleisch und Fett an Land noch vorwärts bewegen kann, ist immer wieder erstaunlich

Kurz bevor wir die Bold Eagles sichten, die Weißkopfadler sind Wappentier der USA

entdecke ich noch ein ganz besonderes Exemplar auf See, den Seebären.

Ein grandioser Ausflug, ein wunderschöner Tag geht zu Ende. In der späten Nachmittagssonne erreichen wir den Hafen von Seward. Zwischen den ganzen Gletschern war es ziemlich kühl. Ich verkrieche mich erstmal in meine Jacke.

Und morgen geht die Fahrt zurück in den Yukon.

 

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1 Antwort zu Alaska: Kenai Fjord Tours

  1. Gerhild & Harald sagt:

    Hallo Ihr 2,
    schön, dass ihr so viel Glück hattet und noch zwei Plätze für diese tolle Kenai National Park Tour bekommen habt. Schließlich hätten ja auch wir sonst etwas versäumt! Mit euren schönen Fotos war es ein bisschen so, als wären wir mit auf der Tanaina gefahren, ein tolles virtuelles Reiseerlebnis eben, das wir noch mit der kleinen Karte, die wir auf dem zugehörigen PDF-Flyer gefunden haben (http://www.kenaifjords.com/files/1213/6553/4787/kft_wildlifeguide_2012_large.pdf) verstärken konnten. Auch wenn man nicht alles mit der Kamera einfangen kann (beim Wal ist das wohl sowieso schwierig), bleiben die Bilder ja – wie man so schön sagt – in eurem Herzen – und ein bisschen dank eures Reiseberichtes auch in unseren.

    Liebe Grüße vom schon etwas herbstlichen Niederrhein (wir sind im Moment noch standhaft und lassen die Heizung aus). Gerhild und Harald

    Ps: Ist das nicht nett, wenn man von einem aufmerksamen Autofahrer unterwegs auf Vancouver Island so nette Grüße bekommt. Wir fanden das toll!

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