Calama bis Arica

Juves, 2011-03-10
Auf dem Weg dort hin stellt Lothar wieder wie auf der Herfahrt fest, dass bei dem ständigen bergauf und unter Last dunkle Abgaswolken aus dem Auspuff austreten. Nachdenkliche Falten verbreiten sich auf unseren Stirnen. In Cálama wird so einiges zu klären sein! Auch wenn diese Stadt in der Reiseliteratur keinen guten Ruf genießt, wir müssen dort hin und versuchen, all diese Dinge zu regeln.

Cálama entpuppt sich als eine quirlige, prosperierende Ciudad mit ca. 130.000 EW, die ihre wirtschaftliche Stärke hauptsächlich aus der nördlich gelegenen Kupfermine bezieht. Diese Großstadt mittlerer Größe hat sehr viel mehr Leben, als unsere heimischen bergischen „Großstädte“. Also zunächst einmal zur Touri-Info. Dort erfahren wir von der sehr freundlichen und englischprachigen Señora, dass die weltgrößte Kupfermine im Tagebau für diese Woche keine Besichtigungen mehr anbietet, erst ab Montag wieder. Im Stadtplan malt uns die nette Dame die Autohaus- und Werkstattmeile ein. Mit Hilfe des Stadtplanes von Copec und unserem guten Garmin finden wir zwar keine Dieselwerkstatt aber den „Jefe“ eines Autohauses für Crysler, Dodge, Jeep etc. Der Gute erklärt uns, dass wir nicht weiter nach einer Werkstatt suchen brauchen, es sei völlig normal, dass ein Diesel ohne Turbo ab 3.000 m niebla negro auswerfen würde. Dem Motor würde schlicht und ergreifend in dieser Höhe ein bisschen Sauerstoff fehlen. Das Geld für die Werkstatt sollten wir uns sparen und mehr tranquillo die Berge hinauffahren, d.h. einen Gang runterschalten und mit halbem Gas fahren. Da uns seine Erklärungen ziemlich kompetent vorkamen, mit Zeichnung, sind wir einigermaßen beruhigt.

Auf geht’s zum nächsten Punkt auf unserer to-do-Liste: Wäsche in der Lavanderia abgeben. Morgen gegen 18:00 können wir sie abholen. Eine Gomeria und eine Taller de Parabrisas suchen wir erst mañana, es ist schon nach 18:00 Uhr.
Auf der Herfahrt haben wir einen Sport- und Freizeitpark unmittelbar vor den Toren der Innenstadt entdeckt. Ein wunderbarer Platz, Wiesengelände, schattig, warme Duschen, Elektrik und ausgesprochen sauber! Centro Recreativo Extraccion, ein Park mit Schwimmbad, Tennisplatz, Fußballfeld, großen Spielplatz, Picknickanlage und einem Areal für Camper. (www.campingextraccion.cl, S 22°27,914’, W 068°54,998’). Direkt nebenan ist noch ein kleines Tiergehege u. a. mit einem großen Straußenpärchen.

Eine echte Alternative zu dem in der Reiseliteratur angegebenem Lider-Parkplatz. Auch für Reiseveranstalter von geführten WoMo-Reisen könnte dies eine Alternative zu eben diesem Parkplatz im Einkaufszentrum sein! Zweifelsfrei kann man dort hervorragend einkaufen und sich auch für eine längere Etappe oder für den Trip nach San Pedro (dort ist alles mindestens 50 % teurer) eindecken.

Zum Übernachten lädt der Parkplatz dieser Mall jedoch nicht so wirklich ein.

Viernes, 2011-03-11
Die erste Taller de Parabrisas möchte den neuen Riss in unserer Windschutzscheibe nicht reparieren, nein, sie möchte lieber gleich die Scheibe austauschen. Das ist für uns jedoch keine Lösung des Problems, wir können nicht bei jedem kleinen Riss die Scheibe austauschen. Abgesehen von den Kosten bedeutet das dann auch immer wochenlanges Warten. Auf der Suche nach einer anderen Werkstatt kommen wir an einer Gomeria vorbei. Sogleich begibt sich der Jefe an die Arbeit, keine Wartezeit, kein Vertrösten auf später. Eine halbe Stunde später, der Reifen ist geflickt, 4.000 Pesos (6 €) kostet der Spaß!

Zu unserem Glück finden wir dann auch eine Reparación de Parabrisas. Selbstverständlich kann man den Riss in der Scheibe reparieren und das auch noch mit 6 Monaten Garantie. Obwohl es bereits nach 13:00 ist und damit längst fällige Mittagspause, begibt sich auch dieser Jefe sofort ans Werk. Eine Stunde später ist auch dieses Problem behoben! Wer hätte das gedacht?
Das muss gefeiert werden, also zurück zu unserem Park und leckere „Paella Scampis de Cálama“ zaubern. Ist ja schon ganz schön versnobt, mitten in der Wüste solch eine Leckerei zu essen. Aber gestern bei Lider wurde auch dies angeboten.
Jetzt müssen wir nur noch Geld zapfen gehen In einer Stadt wie dieser dürfte dies wohl das kleinste Problem sein. Denkste, im Einkaufszentrum funktionierte keine der ca. 10 Cajas de Automático. Die dort 3 ansässigen Banken wollten auch kein Geld herausrücken, ein Geldwechsel von Euro oder Dollar gibt es nur für Klienten der Bank. Also kein Geld, keine weitere Nacht im Park, keine frisch gewaschene Wäsche. Die Lavanderia war auch nicht bereit, eine Bezahlung in Dollar anzunehmen. Schließlich fand ich dann in der Innenstadt doch noch einen Bankautomaten, der funktionierte. Leider rückte dieser aber Geld nur in kleinen Beträgen heraus, für die die Bank natürlich jedes Mal ihre Standartgebühren berechnet. Egal, ein bisschen Schwund ist immer, aber wir sind jetzt wieder flüssig, konnten die Wäsche auslösen und ein weiteres Mal im Park übernachten.

Sábado, 2011-03-12
So wie es ausschaut, bleiben wir wohl noch eine weitere Nacht. Ich schreibe die längst überfälligen Berichte fort, und Lothar repariert und verbessert viele Kleinigkeiten an unserem Rolling Home und am Brausekopf der Dusche des Platzes.

Ja, und dann sind da noch unsere Naturholzkisten zu streichen, damit man uns diese nicht wieder an der Grenze abnimmt. Die Farbe, die wir gestern im Heimwerkermarkt gekauft haben, ist aber von ausgesprochen beschissener Qualität, wie 20 Jahre alte Farbe, die sich nicht verteilen lässt. Lothar ist ganz schön frustriert, zuhause hätte er den Mist mit Sicherheit schon in die Tonne gekloppt. Dem muss ich jetzt mal mit einem leckeren Essen entgegentreten.

Domingo, 2011-03-13
Auf der Weiterfahrt Richtung Arica können wir doch ein paar Blicke auf die (weltweit angeblich größte) Kupfermine Chuquicamata erhaschen, die inzwischen völlig im Besitz des Staates ist,.

Noch ist die Wüste ebenso trocken wie in den vergangenen Tagen bereits erlebt. Auch hier zeugen verlassene Oficinas von der regen Minentätigkeit in den vergangenen Jahren.

Doch in der Nähe des Rio Loa, der in den Anden entspringt und in den Pazifik mündet, verändert sich die Landschaft schlagartig.

Bei Quillagua, einer kleinen Oase,

erleben wir diesmal eine besondere Polizeikontrolle. Weder die Fahrzeugpapiere, noch die Führerscheine oder die Pässe sind von Interesse, nein dieses Mal möchte der Polizist die Einfuhrpapiere zum Fahrzeug sehen und sie auch mit dem Zentralcomputer abgleichen. Natürlich war alles in Ordnung und wir konnten weiter. Offensichtlich scheint es hier im Salar de Llamara auch wieder Regenfälle zu geben, die dann solche Schollen hinterlassen.

Beim letzten Büchsenlicht erreichen wir noch die Geoglifos Cerros Pintados, unser heutiges Nachtquartier.

Lunes, 2011-03-14
Nach dem Frühstück gibt es erst einmal einen Verdauungsspaziergang mit Besichtigung der größten Ansammlung von Geoglyphen aus der Zeit von 500 v. Chr. bis 1450 n. Chr.

Leider gibt es dazu keine Informationen, alle Häuschen sind geschlossen. Nur ein paar verspielte Hunde laufen herum.

Unseren nächsten Zwischenstopp machen wir bei der Ranger-Station des Park Pampa Tamarugal. Dort erhalten wir ausführliche Informationen über den Tamarugo-Baum, einem Wüstenbaum, der sich mit großen Pfahlwurzeln Wasser aus über 10 m Tiefe holen kann. Blätter und Früchte wurden als Viehfutter verwendet.

Der Park weist durch Aufforstungsmaßnahmen den letzten größeren Bestand auf. Früher war dieser Baum in der Wüstenregion sehr verbreitet, wurde aber im Interesse der Minengesellschaften gnadenlos abgeholzt, da das Holz als Baumaterial gebraucht wurde.

Nächster Abzweig an der Panamericana ist Iquique, wieder eine Megastadt, die wir nicht besuchen werden. Stattdessen besichtigen wir unmittelbar an diesem Abzweig die Officina Humberstone, eine ehemalige Salpeterabbaustelle. Hier war rund um die Produktionsanlage eine richtige Stadt, sogar mit Freizeitanlagen, Geschäften und Theater entstanden. Ausbezahlt wurden die Arbeiter mit „Fichas“, Münzen, die nur im jeweiligen Saltitreas gültig, anderen Orts jedoch völlig wertlos waren. So wurde mit einfachem System gewährleistet, das die Löhne der Arbeiter direkt an den Minenbesitzer zurückflossen. Diese Oficina wurde erst 1960 geschlossen und ist heute eine Museumsstadt, mit teilweise restaurierten Gebäuden und vor allem mit zahlreichen Alltagsgegenständen, Werkzeugen etc.

Hier sollte man unbedingt einen Stopp einlegen, aber vielleicht nicht – wie wir – zur Mittagszeit in praller Hitze.

Bei 50° im Auto gibt es ein kurzes Mittagspäuschen mit Wiener Würstchen, sehr lecker.
Dann brauchen wir wieder Fahrtwind um die Ohren. Hier in der Nähe besuchen wir den Geoglifios Gigante, die bedeutendste Einzel-Erdzeichnung von Chile schlechthin .

Von den Holländern, die wir im Valle de la Luna getroffen haben, erhielten wir den Tipp, unbedingt das Fischdörfchen Pisagua aufzusuchen. Es liegt ca. 40 km östlich der Ruta 5. Über steile Serpentinen schrauben wir uns mehr als 1000 m seewärts. Eine atemberaubende Strecke, in jeglicher Hinsicht. Mein Kommentar zwischendurch: „Wenn wir unten sind, brauch ich einen Schnaps!“. Lothar fand die Strecke nur schön!

Unten erwartet uns ein idyllisches Dörfchen von 200 EW, das sowohl eine wirtschaftliche (Salpeterverschiffung) als auch eine politische Vergangenheit (Gefangenenlager, auch noch unter Pinochet) hat. Wir finden ein Plätzchen direkt am Meer neben dem vom Staat geförderten Fischereilagerschuppen (alles sehr fein und edel, ansonsten macht dieses Pueblo doch einen ziemlich desolaten Eindruck). Ein freundlicher Dorfpolizist, der sogleich heranschreitet und uns mit Handschlag begrüßt, akzeptiert unseren Nachstandplatz.

Martes, 2011-03-15
Wir schrauben uns wieder den Berg hinauf, mit 30 km/h im 2. Gang und 1 Höhenmeter/sec. Aber unser 3. Oldie macht das diesmal alles ganz perfekt, auch ohne groß zu qualmen. An der Auffahrt zur Ruta 5 finden wir nach einigem Suchen zwischen den zig Baracken eine kleine private Combustille. Nach der Kraftaktion wollen wir sicherheitshalber doch noch 10 Literchen tanken, für erstaunlich günstigen Preis, 5.000 Pesos. (Normalerweise kostet in Chile der Diesel zwischen 550 und 650 Pesos/ltr. = 0,83 bis 0,98 €, je nach Region)

Die weitere Strecke geht bergauf und bergab, eine quebrada jagt die andere, atemberaubende Strecken entlang der einzelnen Flusstäler. Schließlich erreichen wir Arica, vorbei an Slums, die ersten, die wir auf dieser Reise gesehen haben.

Dank Jürgen, einem alten Globetrotter, und unseres Garmins haben wir die Gasabfüllstation Lipigas ohne Schwierigkeiten gefunden. Nur Gas wollten die uns keines in unseren Unterflurtank füllen. Das sei der falsche Adapter, erklärt uns ein wohlbeleibter, schwitzender Gaswart. Wir sollten 100 m weiter fahren, dort bekämen wir das erwünschte Gas für unsere Cucina. Auch dort erklärte man uns, keine Chance. Bei Lipigas, 100 m zurück, da sei dies wohl möglich. Ja, da kommen wir gerade doch her, die haben uns hierher geschickt. Frustriert fahren wir davon. Irgendwie will ich das alles nicht glauben. Also noch mal hin zu dem wohlbeleibten, schwitzenden Gaswart. Ich erkläre ihm, dass ein Kollege (Jürgen) hier Gas für seine Cucina bekommen hat und dass wir auch einen weiteren Adapter (Dank Alois) haben. Irgendwie fängt er an zu überlegen, schließlich marschiert er zum Jefe. Der rüstet sich gerade, zur Tat zu schreiten, da kommt Schichtablösung. Ein Strahlen tritt auf das Gesicht des Wohlbeleibten, Schwitzenden und er erläutert dem Schichtwechsel, einem älteren drahtigen Typ, das Problem. „No problema, con pistola no problema“, während er die Übergabe der Zapfsäule mit seinem Kollegen durchführt. Und schon begibt er sich ans Werk, unseren Gastank zu befüllen, ohne Adapter! Wir fragen sicherheitshalber noch einmal nach, ob dies auch wirklich das richtige Gas für unseren Herd, den Kühlschrank und die Heizung sei. Si, si! Wir glauben es und hoffen, dass nichts Unvorhergesehenes passiert! (Einige Tage später, nach etlichen Kochaktionen, bisher ist alles ganz normal, selbst auf 3.600 m) Wir fahren zum Jachthafen, auf einer Halbinsel mit Leuchtturm in unmittelbarer Nähe zum Zentrum gelegen und zu Füßen des ‚Christo von Arica’, der heißt natürlich anders: „El Morro de Arica“. Nun ist erst einmal ein Sundowner fällig.

Miércules, 2011-03-16
Den Vormittag vertreiben wir uns mit Bericht in den Blog einstellen, bei McDonalds eine etwas mühselige Arbeit, weil nur sehr geringe Übertragungsrate. Mittags lernen wir noch eine interessante Familie mit 2 Jungs aus Süddeutschland kennen, die 10 Jahre in Namibia waren und nun durch Südamerika touren. Letztendlich suchen sie ein Grundstück in Ecuador, wo sie sich niederlassen und ein autarkes Leben führen können.
Schließlich machen wir uns auf den Weg, die Vorräte bei Lider noch einmal ergänzen, Tanken bei Copec und Wasser müssen wir auch noch auffüllen. Aber keine Chance, wir bekommen nichts (bis auf 5 Literchen). Dies ist uns während unserer bisherigen Reise noch nicht passiert, selbst in der Wüste haben wir immer Wasser für unseren Unterflurtank bekommen. Dies mutete deswegen besonders seltsam an, da direkt neben den Zapfsäulen das Wasser fürs Autowaschen mit dickem, fettem Strahl regelrecht verplempert wurde. Also haben wir uns mit gerade mal 10 ltr. in Flaschen auf den Weg in die Anden gemacht.

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8 Antworten zu Calama bis Arica

  1. Kanalratte sagt:

    Hi! Hurra! der neue Blog ist da!!!!!

    Na die Strecke wäre jetzt auch so nach meinem Geschmack gewesen! Sehr schön einsam und irgendwie nihilistisch.Man kann sich so schön verlieren und in Gedanken auflösen. Diese Bilder erinnern mich irgend wie an die Nami in Griechenland. Das ist der 2. Peleponnes – Finger. Überhaupt, wie ich schon sagte habe ich so manchen Flash- back bei eurem Bericht und Bildern.Ich liebe ja die Einsamkeit, (sofern es was zu fressen gibt),wenn man mir das vielleicht auch nicht glauben mag.

    Mit nur 10 Liter abzudüsen halte ich für sehr leichtsinnig. Ich hatte immer 2 Faltkanister a15 Liter dabei ,die ich umgefüllt habe, wenn sie nicht gebtraucht wurden.Ein faltkanister hat den Vorteil, dass man den immer irgendwo unterquetschen kann. Alternativ hatte ich mir eine Zapfe aus einer Plastikflasche gebaut. Praktisch nur ein Loch in die Untere Aussenwand geschnitten, Dann konnte ich an Jedem Wasserhahn Wasser zapfen und durch den Flaschenhals in Kanister reinlaufen lassen. Blöd formuliert aber du verstehst das schon.Ein bisschen neididch war ich ja schon auf eure Relax Fotos.Im Anblick der überwundenen Gefälle möchte ich Euch aber nochmal an den Austausch,bzw. Kontrolle der Bremsflüssigkeit erinnern.(Wenn nicht sowieso schon erledigt) Nicht, dass ihr wieder einen Abflug macht, wie damals am Vesuv! Sorry, aber ich bin nun mal vor(sorg-)sichtig.

    Rita sieht sehr relaxed aus. Das freut mich und die Sonne wird ja nun mal euer Begleiter bleiben. Ich habe mir gestern mal eine Schiffstour auf dem Rhein gegönnt, zusammen mit Marc und seiner schwangeren Adri
    Strahlender Sonneschein, wolkenloser Himmel und abends auf der Rücktour Vollmond.! War cool. Bin dann um 04.oo Uhr wieder in Hannover gewesen.

    So!
    Ich gehe jetzt wieder Kohlen klauen. habe trotz Heizperiode mein Lager schon wieder vollgefringst. Alles gute und unfallfreie Weiterfahrt

    Eure Kanalratte

    • Gerhild & Harald sagt:

      Hallo Walter,
      verrate uns doch mal, wo Du Kohlen fringst – und wofür (oder ist das hier ein Synonym für was ganz anderes) und ob Du wirklich in der Einsamkeit nicht doch ein ganz klein wenig (Feuer)wasser brauchst 😉 ?? Übrigens ist es schön, dass Dein PC nicht mehr spinnt. Wir hätten was vermisst!

      Wir wünschen Marc (den wir ja mal bei Franz kennengelernt haben) und Adri (die wir nur indirekt aus dem Hochzeitsblog kennen) alles Gute. Dir liebe Grüße und hasta luego! Gerhild und Harald

  2. Gerhild & Harald sagt:

    Hei ihr drei,

    schade, dass ihr die Kupfermine von Chuquicamata nicht besichtigen konntet. Die feinstaub-angereicherte Luft dort ist zwar nicht gerade gesund (deshalb hat man die Bewohner wohl 2004 nach Calama umgesiedelt), aber die ellipsenförmige offene Mine muss gigantische Ausmaße haben – wir haben ein Foto im Internet gesehen. Na denn, man muss ja auch was fürs nächste Mal haben 😉 Das Weltkulturerbe Humberstone oder die Geoglyphen haben Euch dafür wahrscheinlich mehr als entschädigt. Wir haben gelesen, dass der Gigante de Atacama früher als astronomischer Kalender zur Bestimmung des Mondstandes und damit der Fruchtfolge diente, aber vielleicht habt ihr da genauere Informationen. Jedenfalls sind wir sehr beeindruckt von diesen „Landmarken“.

    Die Wartung eures Oldies einschließlich des Tankens von Diesel und Gas ist wohl manchmal so etwas wie eine kleine Mutprobe, aber offensichtlich habt ihr ja immer einen Schutzengel bei euch – auch wenn der bei der Wasserversorgung zum Schluss etwas nachlässig war! Wir hoffen, ihr habt inzwischen eine Zapfstelle gefunden. Nach eurer im Blog hinterlegten Planung müsstet ihr ja inzwischen auf der Hochebene Altiplano sein – vielleicht nicht unbedingt eine trinkwasserreiche Gegend – aber wir verzichten mal auf Prognosen und lassen uns lieber von Eurem nächsten Bericht überraschen. Vielleicht lauft ihr jetzt wirklich gerade um einen der höchst gelegenen Seen der Welt, dem Lago Chungará – es soll einen Spazierweg um den See geben 🙂 und zumindest der Lago hätte ja Wasser.

    Wir wünschen Euch weiterhin eine sichere Reise – vielleicht hätte ich, Gerhild, nicht unbedingt die Reise- und Sicherheitshinweise des AA für Bolivien und Peru lesen sollen 🙁 – aber inzwischen seid ihr ja schon sehr reiseerfahren und wohl auch achtsam. Hoffentlich lassen Euch auch die tagaktiven Mücken Stegomyia aegypti ungeschoren!
    Liebe Grüße von uns – heute – zum Frühlingsanfang! Gerhild und Harald

    • Lothar sagt:

      Hi ihr beiden eifrigen Leser,
      nach Wochen der Abstinenz endlich mal wieder in einer WIFI-Zona, kann ich mal ein paar Kommentare beantworten. Die neuen Stadtrandsiedlungen von Calama haben wir gesehen, Häuschen neben Häuschen ohne Baum und Strauch in die Wüste gebaut: den Stadtplaner graut’s, den Einwohnern geht’s aber wohl besser als zuvor. Der Gigante de Atacama auf dem Cerro Unita ist die größte menschliche Abbildung, die Archäologen bisher weltweit gefunden haben. Die Technik wird „raspaje“ (Abschaben) genannt; dabei entstehen helle Figuren auf dunklem (oxidierten) Hintergrund). Daneben gibt es auch die „mosaico“-Technik, bei der dunkle Steine (meist Lava) auf hellen Sanduntergrund gelegt werden. Auch eine Mischung der Techniken haben wir gesehen. Zu Anlass und Sinn der Darstellungen, insbes. des Gigante als Herscher oder Gottheit, habe ich bisher allerdings keine belastbaren Hinweise gefunden.
      Mit 10 Liter Wasser auf den Altiplano: kein Problem, wenn man das Wasser ausschließlich seinem Hauptverwendungszweck zuführt: Zähne putzen, Kaffee, Mate, Coca kochen ;). Geschirr wird zur Not trocken abgerieben, Waschungen werden auf das Nötigste reduziert. Und zur Not gibt es auch auf dem Altiplano offene Gewässer in deren Nähe wir mit keinerlei Mücken Probleme hatten. Die sind wohl eher in den Yungas zu ertragen.

      Liebe Grüße, auch von Rita
      Lothar

      • Gerhild & Harald sagt:

        ¡Buenos días, Lothar y Rita!
        Schön, dass ihr wieder „da“ seid und danke für die zusätzlichen Infos. Verdad, estaís bien informado! Nach der Erweiterung eurer Getränkekarte zu urteilen, solltet ihr wohl inzwischen in Bolivien oder Peru sein, aber wie gesagt, wir warten es ab – jetzt, wo wir wieder ein „señal de vida“ von Euch haben! God tur videre 🙂 Gerhild und Harald

        • Lothar sagt:

          Hola, ihr seid wohl gerade in Norwegen auf Tour? Sånn ja, „god tur videre“ auch für euch! 🙂 Lothar

          • Gerhild sagt:

            Hei Lothar, na dann machen wir doch noch einen Ast dran….!
            Harald bekommt am 10. Mai eine neue Linse ins linke Auge (grauer Star) und nach angemessener Wartezeit von 3-4 Wochen auch eine ins rechte Auge. Früher ging‘s leider nicht, weil der Professor Osterurlaub braucht 🙁 Vi kan dessverre ikke planlegge en reise inntil videre 🙂 (leider können wir bis auf weiteres keine Reise planen; Anm. Lothar) – manchmal liebe ich das babylonische Sprachgewirr!
            Seid ihr guten Mutes? Mange hilsener (Viele Grüße; Anm. Lothar) – Gerhild

            Na, da sind wir wohl jetzt ein bisschen in Dänemark gelandet 😉
            Vi ses, knus&kram, deres Lothar

  3. Kanalratte sagt:

    Hi Harald!
    Ich wohne 2Km vom Kohlenterminal Hannover entfernt.( Industriehafen9 )und ernähre mich von den Brosamen , die auf den Kai fallen. Andere sammeln Pilze , ich schwarze Steine. Die Kohleverflüssigung ist mir allerdings noch nicht gelungen. (Patent der Leunawerke!)
    Liebe Grüße Euer Grappanator
    aus Hannover

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