Antwerpen – Tilbury – Le Havre

Lunes, 2010-11-08
Neueste Informationen von Mafra-Tours von heute Morgen via Mail an das Schiffsoffice zu unseren Händen:
09.11. ab Antwerpen
12.11. an Le Havre
13.11. ab Le Havre
19.11. an Dakar
20.11. ab Dakar
28.11. an Rio de Janeiro
29.11. ab Rio de Janeiro
29.11. an Santos, Sao Paulo
30.11. ab Santos, Sao Paulo
03.12. an Zárate, Delta del Paraná
05.12. ab Zárate, Delta del Paraná
06.12. an Buenos Aires
Immerhin klappt die Laderampe bei dem Generalcheck heute Nacht gegen 02:00 wieder, sodass wir auf eigener Achse mit Roland und Angelika mal nach Antwerpen rein fahren konnten. Mal schauen, ob’s morgen wirklich weiter geht. Auf jeden Fall war der heutige Tag ein Gewinn, bei zwar kaltem Wind, aber trockenem Wetter Antwerpen-Zentrum zu Fuß zu erkunden und auf dem Wege „das Nötigste“ einzukaufen. Irgendwann gibt’s dann hier wohl auch mal ein paar visuelle Impressionen. Ich gehe fest davon aus, dass wir in Buenos Aires eine SIM-Karte für unseren O2-Stick mit einer Flatrate für einen Monat bekommen.
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Am späten Nachmittag ziehen wir mit unserem LT um auf Ponte 2, eine Etage tiefer. Lt. Boris, unserem kroatischen First Mate, ist das sicherer, weil diese Etage bei Hafenaufenthalt in Dakar abgeschottet wird und entspannter, weil wir dann nicht immer raus und rein fahren müssen, wie auf dem Main-Deck 3.

Martes, 2010-11-09
Es gibt Sonne und Regen im Wechsel, unseren LT habe ich schon mal rein geholt. Mittags-Info vom Comandante Aldo d’Urso: „Vissel tomrrow“, soll heißen „We’ll sail tomorrow, but not before 11 o’clock.” Derweil wird fleißigst weiter ent- und beladen. Unser Panoramafenster (0,70 x 0,85) haben wir zur Kühlkammer umfunktioniert: Getränke, Schwarzbrot, Käse, Obst, Gemüse für den „kleinen Hunger zwischendurch“.
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Miércoles, 2010-11-10
Von Riton erhalten wir regelmäßig die FAZ, die Neue Zürcher Zeitung, die intensivst studiert werden, aber auch die Auto-Bild, die uns eher nur marginal tangiert.
13:00 Der Moment, auf den wir so lange gewartet haben: Leinen los! Das Schiff dreht sich auf dem Punkt, unterstützt von einem kleinen Schlepper und nimmt Kurs auf die Schleuse.
14:15 Festmachen in der Schleuse Melsele, die wir schon kennen.
15:00 Wir verlassen die Schleuse und nehmen bei sonnigem Wetter zügig Kurs auf den Atlantik. Bis wir dort sind, wird es noch ein Weilchen dauern. Der AEP (Europa Port Antwerpen) liegt doch ganz schön weit im Landesinneren und zwar natürlich an der Schelde, nicht etwa an der Maas, wie vor ein paar Tagen fälschlicherweise und in der Eile vorschnell behauptet – alle Geographen mögen mir verzeihen J.
16:00 Wir passieren eine heftige Regenfront, ziehen uns in die Offiziersmesse zurück und spielen Kniffel.
19:00 Wir fahren Kurs 270° entlang der Küste bei steifer Briese mit der Folge, dass wir uns auf den Gängen im Schiff jetzt etwas breitbeiniger vorwärts bewegen müssen. Wie man hört, geht’s jetzt doch erst noch mal nach Tilbury, London, Ankunft Morgen früh gegen 04:00. Mit unserem Garmin bestimmen wir problemlos aktuelle Positionen, Kurse und Knoten.
00:30 UTC Wir warten offensichtlich auf Einfahrt in die Themse, Pos. N 51°29’, E 001°32’, sternenklare Nacht mit Milchstraße und allem, was dazu gehört, auf Backbord kann man die Lichterkette von Margate, England, sehen.

Jueves, 2010-11-11
Wir liegen tatsächlich kurz vor London: N 51°27.664’, E 000°20.550’, A 70 ft und haben den für London typischen foggy dew mit Nieselregen. Später soll es Sturm geben, 10 Bft sind angesagt. Das könnte bedeuten, dass wir nicht auslaufen können, wenn die Ladevorgänge abgeschlossen sind. Nach 2 ½ Stunden Mittagsschlaf den Espresso auf’s Zimmer serviert zu bekommen, ist das nicht toll?

Viernes, 2010-11-12
Amazing grace: we’ve got a sunny afternoon near London! Wie aus gut unterrichteten Kreisen verlautbart, werden wir erst kommende Nacht gegen 02:00 auslaufen und Kurs auf Le Havre nehmen, vamos a ver, qué pasa. Das veranlasst uns, für den Nachmittag einen Spaziergang zum Supermarkt, der gar nicht so weit entfernt sein soll, ins Auge zu fassen.
Natürlich haben wir mit unserem Ausflug gewartet, bis es wieder zu nieseln anfing. Zurück vom Einkauf probieren wir unser Guinness. Was der Tischtennisball in der Dose soll, bleibt uns allerdings verborgen. Die Anfänge einer erneuten Erkältung konnten wir jedoch im Keim ersticken, Captain Morgan sei Dank!

Sábado, 2010-11-13
09:30 UTC+1 wir sind mit 20 kn (nach GPS, daher über Grund) unterwegs: bei trockenem Wetter und mäßig bewegter See auf Südwestkurs durch den Kanal in Richtung Le Havre. Auf Steuerbord sehen wir ganz deutlich die weißen Streifen der südlichen englischen Steilküste.
Oigo ahora, ETA va a ser (tal vez?) a las cinco por la tarde. Como en Alemánia aquí en el Canal de Inglés tenemos un tiempo muy tipico por esta estación del año.
17:00 Wir haben (mal wieder) unsere Warteposition zur Aufnahme eines Lotsen eingenommen: N 49°35’, W 000°14’, ca. 15 – 20 Meilen vor der Küste.

Domingo, 2010-11-14
„Guten Morgen, good morning, dobre jutro, buenos dias, buon giorno“ und seit heute Morgen auch „Bonjour messieures et mesdames“, nach 2 ½ Wochen haben wir es immerhin schon bis Le Havre geschafft und der Regen sieht hier irgendwie französischer aus. Der Blick aus der Kabine ist allerdings wie in Antwerpen: „Mar del coches“. Ein Internet-Cafe soll es auch geben, allerdings erst im nächsten Ort Harfleur, ca. 20 Taxi-Minuten und 30 € entfernt. Vielleicht können wir für den Nachmittag oder Morgen eine gemeinsame Fahrt mit den Schweizern oder Münchenern organisieren.
Großes Getöse an Bord: einer aus der Mannschaft testet die Motoren der Rettungsboote. Wir betrachten das nicht als böses Omen, sondern sind erfreut, dass man diesen Dingen gebührende Aufmerksamkeit widmet. Das hat mich dazu motiviert, endlich mal unsere Außentür zu reparieren. Jetzt schließen auch die 3 Bolzen wieder vorschriftsmäßig.
Wir sind gespannt auf die zusätzlichen 4 – 6 Passagiere, die hier zusteigen sollen.
Nachdem wir 450 Autos geladen haben, haben wir eine neue Position eingenommen, um jetzt noch Container aus- und einzuladen. Angeblich soll es morgen losgehen Richtung Dakar und Freetown, Afrika.

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2 Antworten zu Antwerpen – Tilbury – Le Havre

  1. Gerhild & Harald sagt:

    Hello world :-), hola Rita y Lothar,
    zum Thema „Tennisball im Guinness“ (Viernes 12.11.2010) können wir für alle Interessierten etwas beitragen. Bei unserer ersten Schottlandreise sind wir biermäßig auch schon mal fremd gegangen und eben dieser Tennisball im Guinness war auch für uns ein Fragezeichen. Und hier ist nun die Auflösung:

    Bei der Kugel handelt es sich um das sogenannte „Floating Widget“. Diese kleine, lebensmittelechte Gaskartusche soll dazu dienen, dass das Guinness zu Hause genauso wie im Pub schmeckt. Beim Öffnen der Dose entweicht das Gas und soll so den Effekt eines frisch gezapften Bieres erzeugen. Na dann Prost oder Cheers oder so….! Saludos! Gerhild und Harald

  2. kanalratte sagt:

    hallo ihr schnuckelhäschen!

    wenn ihr euch so sehr ums würstchen freut,wenn ihr mail kriegt,dann will ich euch auch nicht enttäuschen.zunächst wünsche ich euch ein gutes neues jahr mit vielen emotionalen highlights.habe schon gedacht,ihr kommt nie an.
    nun,die neuen blogs bereiten mir viel freude,zumal ich frierend und mit 39,5 fieber im bett liege.endlich habe ich mal zeit,ein wenig intensiver zu lesen und zu geniessen.so allmählich relativiert sich der gefühlt kälteste winter aller zeiten in hannover.statt minus 13-18 grad sind es seit gestern moderate-5 bis plus 3grad. habe mir am nikolaustreffen bei sandra eine megagrippe eingefangen und jetzt einenfetten rückfall.insofern tut ein wenig sonne selbst vom bildschirm gut.ihr gebt euch ja richtig mühe mit eurem blog und ich entdecke ungeahnte literarische qualitäten.jedenfalls liest es sich sehr locker und beschwingt,ja teilweiseprosaisch. man merkt euch die freude und gute laune an.
    irgendwie toll,dass man so aus dem bett heraus mit euch kommunizieren kann.das internet ist schon irgendwie ein wunder.habt ihr eigentlich ein neues telefon?könnt ihr da unten irgendwie erreicht werden?vielleicht könntet ihr ja ein lokales handy erstehen.haben wir in italien auch gemacht. ging gut.
    geht es dir gut lothar`?was macht dein pillenkonsum. profitierst du vom wetter?
    denke oft an die 30000 km ,die noch vor euch liegen.
    also bis dann freue mich auf den nächsten blog.

    gute reise im neuen jahr euer walter

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